Das war die NETWorx 18 // Digitale Transformation ist keine Option

Unser Master of Ceremony Percy Rahlf, Vorstand der NET AG system integration, gab am 27.06.2018 den Auftakt zur NETWorx 18. Zusammen mit Markus Hannen, Vizepräsident von PTC, Dr. Rupert Deger, Geschäftsführer des E4TC und Jürgen Ludorf, Vorstand der NET AG system integration, diskutierte er über Strategien, wie Digitalisierung in Unternehmen risikoarm umzusetzen sei. Erste Prämisse hierbei: Agilität. Wenn Unternehmen nicht angemessen auf die Veränderungen im Markt reagieren, werden sie abgehängt. Es kommt oft genug vor, dass Projekte während ihrer Laufzeit abgewandelt werden, weil sich neue Einflüsse von außen ergeben.

Die Dinge verändern sich nachhaltig. Unternehmen verändern sich nachhaltig
– Markus Hannen, Vizepräsident von PTC

Smart Connected Products

Jürgen Ludorf beschrieb die Herausforderungen, die Smart Connected Products mit sich bringen, am Beispiel von Nike-Schuhen. Einst waren Nikes „nur“ ein Designprodukt. Wer diese Schuhe trug war, wie die Namensgeberin, ein Sieger, was vorrangig an den Marketing-Kampagnen mit erfolgreichen Sportlern, wie z. B. Michael Jordan, lag. Es lag aber auch an dem Slogan „Just do it“, den wir grob zu unserem Motto „Einfach mal machen“ übersetzen können. Mittlerweile reicht es aber nicht mehr aus nur einen schönen, angenehm zu tragenden Schuh zu entwickeln. Nike reagierte auf die neuen Anforderungen der Digitalisierung mit dem Nike+, einem Trainingsschuh, der Geschwindigkeit, Distanz, Zeit und Kalorienverbrauch über Sensoren erfasst.

Unternehmen haben die Herausforderung mehrere Aspekte in einem Produkt parallel fahren zu müssen.
– Jürgen Ludorf, Vorstand von NET AG system integration

Connected Services & Maintenance

Weiterhin sprach unser Podium über Connected Services & Maintenance. Die interessantesten Themen hierbei sind Predictive Maintenance und SLA-Verträge (Service-Level-Agreement). Mit ThingWorx Analytics kann z. B. ein Kaffeemaschinenhersteller seine Geräte auf der ganzen Welt auf einer Karte abbilden und deren Zustand überprüfen. Über das Dashboard sieht man, welche Maschinen beim Kunden im Einsatz und aktiv sind und wo Wartungsbedarf demnächst ansteht. Sogenannte Data Scientists können mit Analytics Vorhersagemodule erstellen und somit Ausfallwahrscheinlichkeiten ermitteln.

Daten sind das Öl von morgen und ThingWorx Analytics ist die Raffinerie.
– Percy Rahlf, Vorstand von NET AG system integration

Wenn es darum geht neue Geschäftsmodelle im Unternehmen einzuführen, sind Service-Level-Agreements eines der ersten Optionen an die Sie denken müssen. Sie treffen mit Ihrem Kunden eine vertragliche Vereinbarung für wiederkehrende Dienstleistungen. Im Vertrag werden Leistungsumfang, Reaktionszeit und Schnelligkeit festgehalten. ThingWorx Analytics ist hier das probate Mittel um solchen Verträgen gerecht zu werden, da Sie als Serviceanbieter genau voraussagen können, wann Maschinen an Leistung einbüßen.

Der Service-Mitarbeiter kommt schon am Freitag, wenn er weiß, dass am Samstag eine Maschine ausfallen wird.
– Markus Hannen, Vizepräsident von PTC

Smart Manufacturing

Der e.GO Life ist ein Paradebeispiel für ein einfaches Produkt, das durch kurze Arbeitswege und eine vernetzte Fertigungsstätte, rasant entwickelt wurde und schnell fertiggestellt werden kann. Hier schlägt Dr. Rupert Deger aber gleich die Brücke zu den Menschen, die das alles möglich gemacht haben. Eine Fabrik kann noch so smart und vernetzt sein, wenn die Menschen nicht mitziehen.

Das Thema Digitalisierung ist groß – das Thema Menschen ist größer.
– Dr. Rupert Deger, Geschäftsführer des European 4.0 Transformation Center

Man muss das Thema Digitalisierung in allen Ebenen des Unternehmens verständlich und greifbar machen. Zum Beispiel mit AR-Brillen: BAE systems setzt schon seit einiger Zeit Augmented-Reality-Brillen zur Schulung der Mitarbeiter ein und revolutioniert damit die Ausbildung.

Der Technology-Hack

Unsere Anwender entwickelten selbst Apps mit dem Mash-Up-Builder von ThingWorx, simulierten eine Fertigungseinrichtung mit dem Sigma Tile, bildeten diese mit den ThingWorx Manufacturing Apps ab und erstellten eigene AR-Experiences. Der Technology-Hack auf der NETWorx 18 zeigte Anwendern, wie einfach es ist und wie schnell es geht, IoT-Anwendungen zu erstellen.

Marco Adams, welcher am Technology-Hack teilgenommen hat, war mit ThingWorx noch nicht vertraut. Nach dem ersten Teil kam er zu folgender Aussage:

„Im Technology-Hack habe ich festgestellt, dass es nichts geschenkt gibt. Um ein vorzeigbares Produkt zu haben, braucht man viel Arbeit im Hintergrund, aber es lohnt sich“

Trotzdem hat es ihm die Technologie ThingWorx angetan. Vor der Abschluss-Diskussion zog er folgendes Resümee:

Am Ende hatte ich Zeit den anderen Arbeitsgruppen über die Schulter zu schauen und konnte somit von jeder „Hack-Art“ etwas mitbekommen. Es war interessant, zu sehen, was die anderen Gruppen geschaffen haben. Ich konnte dort wertvolle Informationen sammeln.
– Marco Adams, Projektleiter bei TRACOE medical GmbH

Der Strategy-Hack

Beim Strategy-Hack betrachteten Geschäftsführer und Entscheider die Chancen und Risiken der Digitalen Transformation und hielten ihre Gedanken clusterartig fest.

Marco Adams, Teilnehmer des Technology-Hacks, ist mit seinem Kollegen Christian Wahnes angereist, der beim Strategy-Hack mitgemacht hat. Sie haben sich aufgeteilt, damit sich beide im Nachgang über die verschiedenen Handlungsfelder austauschen können.

Ich war überrascht, dass im Strategy-Hack bei allen World-Café-Stationen wenig über technische Inhalte diskutiert wurde. Das ist für mich ein klares Zeichen, dass es für die Machbarkeit keine grundlegenden technischen Hindernisse gibt. Durch die Bottom-Up vs. Top-Down-Betrachtung wurden alle Stakeholder berücksichtigt. Im Fokus des Austauschs waren eher die Unternehmensstrukturen und Prozessebenen. Unterm Strich hatte Management of Change, insbesondere People Change Management, den größten Diskussionsanteil.
– Christian Wahnes, Head of Development & Regulatory Affairs bei TRACOE medical GmbH

Die Abschluss-Podiumsdiskussion – Erkenntnisse der Technologen und Strategen

Bei der Abschlussdiskussion wurde zunächst eines der Ergebnisse aus dem Technology-Hack vorgestellt: Mit dem ThingWorx Asset Advisor waren die Teilnehmer in der Lage in nur 2 x 90 Minuten eine einsatzfähige Industrie-4.0-Lösung fertigzustellen. Zu Demonstrationszwecken konnte das Publikum in Echtzeit sehen, wie Sensordaten des Sigma Tiles an die ThingWorx Plattform gesendet wurden.

Als nächstes wurden von Percy Rahlf, Christian Geyer, Michael Gärtner und Jürgen Ludorf die Ergebnisse des Strategy-Hacks vorgetragen.

  • Top-Down vs. Bottom-Up: „Durch die Entstehung von digital transformierten Inseln wird Potential nicht ausgeschöpft.“ – Christian Geyer, Head of Management Consulting
  • Änderungen in der Organisation: „In bestehenden Organisationsstrukturen verliert die Digitalisierung an Stellenwert“ – Jürgen Ludorf, Vorstand
  • Hürden für das Weiterkommen: „Ohne Sponsorship und Umsetzungsplan kommt die Digitalisierung zum Erliegen“ – Michael Gärtner, Vertriebsdirektor
  • Chancen und Risiken der Digitalen Transformation: „Marktchancen entgehen aus Angst vor Risiken und Veränderung“ – Percy Rahlf, Vorstand

Zu guter Letzt haben sich Markus Hannen, Dr. Rupert Deger, Jürgen Ludorf und Percy Rahlf zu einer letzten Podiumsdiskussion zusammengefunden, um die Erkenntnisse des Tages zusammenzufassen.

Die Konklusion

Eines ist klar: Wir müssen bereit sein anders zu denken und Dinge hinter uns zu lassen, von denen wir glauben zu wissen, wie sie funktionieren. Denn oftmals funktionieren Dinge nicht so, wie wir es uns wünschen und wir wissen nicht warum. Wir müssen akzeptieren, dass die digitale Welt mittlerweile Bestandteil unserer Welt ist. Noch trennen wir diese Welten voneinander, so wie wir immer noch Abteilungen eines Unternehmens voneinander trennen.

Wir müssen agiler sein, noch besser zusammenarbeiten, indem wir Wissenssilos aufbrechen, und müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir nur dann unser Unternehmen nachhaltig transformieren können, wenn wir neue Wege einschlagen und neues ausprobieren.

Die NETWorx 19

Unsere Teilnehmer waren auf jeden Fall begeistert, wie die folgenden Zitate zeigen. Wir fragten sie: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?

  • „Netter ungezwungener Umgang. Praxisbezogene Beispiele.“
  • „Die moderne und dynamische Art der ganzen Veranstaltung.“
  • „Workshop-Charakter, machen statt nur zuhören.“

Unsere nächste NETWorx wird mindestens genauso spannend. Wir werden Sie wieder rechtzeitig mit Infos versorgen, damit Sie sich einen Platz für die NETWorx 19 sichern. In der Zwischenzeit können Sie in unseren NET Events stöbern. Unsere Events sind immer eine gute Möglichkeit Impulse zu bekommen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

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