Das war die NETWorx 17 – Impulsvorträge über Digitale Transformation – Teil 2

Im zweiten Teil stellen wir Ihnen Thomas Schwenger (alphacam) vor, erläutern Ihnen das NET Mangement Consulting und lassen uns vom Weltmeister im Rückwärtslaufen Thomas Dold inspirieren und motivieren.

Thomas Schwenger – alphacam: Additive Manufacturing und 3D-Druck

alphacam ist größter DACH-Partner von Stratasys. Thomas Schwenger, welcher über 22 Jahre Erfahrung mit 3D-Druck hat, bereinigt die noch vorherrschenden Vorurteile, dass Additive Manufacturing, insbesondere der 3D-Druck, nur für Rapid Prototyping sinnvoll einsetzbar ist. Additive Fertigung nutzen Unternehmen bereits in der Konzeptphase, für geometrische, Funktions- und technische Prototypen, sowie für die Produktion einer Null-Serie und bis hin zu finalen 3D-Druck-Produkten

Schwenger stellte zwei grundlegende Verfahren für Additive Manufacturing und 3D-Produktionssysteme vor:

  • FDM: Fused Deposition Modelling oder auch Schmelzschichtverfahren
  • PolyJet: Multimaterialtechnologie (bis zu 100 Farbmischtöne möglich) aus Verbundmaterialien, womit sich harte bis weiche, blickdicht bis transparente Dinge drucken lassen, die sogar eine Textur, wie z.B. Leder haben können

Unternehmen müssen sich die 3D-Drucker keineswegs selbst anschaffen. Der 3D-Druck kann in die TeileFabrik der Firma alphacam ausgelagert werden. Diese wird von Unternehmen als verlängerte Werkbank genutzt und bietet einen schnellen und unkomplizierten Einstieg in folgende Bereiche:

  • Produktdesign
  • günstige physische Prototypen
  • MockUps
  • Fertigungswerkzeuge (z.B. Spritzgussformen)

Gerade Creo 4.0 macht viele Zusatz- oder Sondersoftware überflüssig, weil innerhalb von Creo die Konstruktion, die Gittererzeugungen, die Simulation (Optimierung und Validierung) und die Dateivorbereitung vorgenommen werden kann.

Ein besonderes Beispiel aus der Praxis war ein Vorrichtungsbau zur Anbringung eines Modellschriftzugs an einen Oberklasse-PKW. Mit herkömmlichen Fertigungsverfahren wäre dieser Vorrichtungsbau nicht zu fertigen gewesen.

In der Expo Area konnten die FDM- und Polyjet-Produkte der Firma alphacam nicht nur in Augenschein genommen.

René Indefrey – NET Management Consulting

NET unterstützt mit dem Management Consulting nicht nur den strategischen Ansatz zur Digitalen Transformation, sondern begleitet auch bei der Umsetzung und effektiven Entwicklung des Unternehmens. Die erfahrenen Consultants bieten eine ganzheitliche Beratung, allein im IoT-Bereich, in 4 Feldern an:

  • Smart connected products
  • Smart Manufactuing / Industrie 4.0
  • AR und VR
  • Connected Service & Maintenance

Im Vortrag hat René Indefrey das Beratungsfeld von Smart Connected Products näher beleuchtet und detailliert vorgestellt, wie das Management Consulting dabei unterstützt, folgende Herausforderungen erfolgreich zu meistern, Barrieren vorherzusehen und zu überwinden:

Herausforderungen

  • Neue Geschäftsmodelle
  • Standardisierung
  • Verlässlichkeit komplexer (IT-)Systeme
  • Beherrschung der steigenden Komplexität
  • Beherrschung der steigenden Interdisziplinarität
  • Zunehmende Vernetzung
  • Erhöhtes Datenaufkommen

Barrieren

  • Fehlender Nutzennachweis von Industrie 4.0
  • Angst vor Know-how-Abfluss
  • Angst vor Verlust von Marktmacht
  • Mangelndes Vertrauen

Folgende Geschäftsmodelle stellen keine grundlegende Neuerung dar, aber entscheidend für die Umsetzung dieser neuen smarten Business-Modelle, ist ein produktzentrisches Informationsmodell zur Schaffung von Durchgängigkeit, Transparenz und kontextsensitiven Sichten auf die Dinge. Beispiele für Industrie-4.0-Geschäftsmodelle:

  • Rolls Royce: Maschinenlaufzeit „Power by the hour“
  • Schindler: Transportleistung Kilogramm multipliziert mit Meter
  • John Deere: System of Systems „Farming 4.0“
  • General Electric: Plattformanbieter von Hard- zu Software

Darüber hinaus unterstützt das Management Consulting beim Wandel von einem Produktanbieter hin zu einem Serviceanbieter in abgestimmten Schritten und implementieren neue Herangehensweisen zur Informationsstruktur. Denn ohne etablierte Produktarchitekturen in Kombination mit neuen Arbeitsweisen kann die Digitale Transformation nicht vollzogen werden.

Thomas Dold – Weltmeister im Treppenlauf

Last but definitely not least hielt Thomas Dold einen anregenden Motivationsvortrag über die Techniken, die er benötigt, um immer wieder das Empire State Building erklimmen zu können. Zum einen sprach er von der sogenannten Push- und Pull-Methode.

  • Push-Methode: Die Vorstelllung, dass Menschen einen einholen könnten „drückt“ uns weiter nach vorne. Wir werden vom Gedanken des Verlusts unserer Pole-Position gepusht.
  • Pull-Methode: Hierbei orientieren wir uns an dem Menschen, der sich auf Position 1 vor uns befindet. Der Gedanke nur zweiter zu werden „zieht“ uns nach vorne, da Platz 1 zum Greifen nah ist.

Entscheidend ist herauszufinden, welcher Typ man selbst ist und welche Methode einen besser motivieren kann. Nutzt man nämlich die falsche Gedankentechnik kann sich das sogar nachteilig auf die Leistung auswirken.

Weiterhin erklärte Thomas Dold, wie ihm Wearables über die Jahre halfen, seinen Erfolg zu messen bzw. digital abzubilden. Früher: eine einfache Puls-Uhr. Heute: App-gestützte smarte Einlegesohlen, die Schrittfrequenz, Gewichtsverteilung und weiter Faktoren messen. Nach diesem sportlichen Vortrag wurden die Gäste dazu aufgerufen ein wenig körperliche Arbeit zu leisten und machten ein paar Übungen nach, die auch leicht im Büroalltag durchzuführen sind.

NETWorking

Zum Abschluss bedankte sich Percy Rahlf nochmals bei allen Speakern und versammelte die Gäste zum NETWorking, bei dem sich die Gleichgesinnten bis in die Abendstunden austauschten.

Wir freuen uns schon jetzt auf die NETWorx 18.
Bis zum nächsten Jahr!

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